Staatlich befugte und beeidete Ingenieurkonsulenten für Bauingenieurwesen, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft
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Wasserwerk Lauterach wiedereröffnet


Der Grundwasserbrunnen und der Tiefbehälter im Ortsteil Unterfeld in Lauterach wurden in den 1970er Jahren errichtet. Die Wasserverbrauchsmengen haben sich in den letzten Jahren von 1.400 auf 2.300 m3/d entwickelt. Bis 2040 werden Tagesbedarfsmengen von bis zu 5.000 m3/d erwartet. Die Einwohnerzahl von Lauterach hat sich seit Eröffnung des Pumpwerks von 4.200 auf über 10.000 Personen entwickelt. Auch in Industrie und Gewerbe fanden umfangreiche Entwicklungen statt.

Die Installationen im Brunnen, an den Rohrleitungen, an der Steuerung und der Elektrotechnik entsprachen nicht dem Stand der Technik. Eine Strategie für den Ausfall der Stromversorgung vom öffentlichen Netz fehlte.

Das ganze Projekt berücksichtigt vollinhaltlich die Vorgaben des Vorarlberger Trinkwasservorsorgenkonzeptes des Amtes der Vorarlberger Landesregierung. Dieses Konzept ermöglicht die langfristige Entwicklung der Wasserversorgung in Vorarlberg und stärkt insbesondere die Notverbindungseinrichtungen zwischen den Gemeinden.

Die Gemeinden Fussach, Hard, Wolfurt und Lauterach errichten eine gemeinsame Notverbundachse. Das Wasser für diesen Notverbund liefern die Grundwasserpumpwerke Bregenz, Hard, Lauterach und Wolfurt. Die Hochbehälter die im Notfall auch ohne Strom kurzzeitig liefern können befinden sich in Bregenz und Wolfurt. Mit dem Notverbund entsteht eine Verbindung nach Norden über Lochau und Hörbranz bis Hohenweiler, bzw. im Süden über Fußach bis Höchst

Die Notverbundmaßnahme wird benötigt für die
•    planmäßige Wartungen von Wasserwerken in Hard, Bregenz, Lauterach
•    Versorgung während des Bau der Hochwasserschutzmaßnahmen „Unterlauf Bregenzerach“ Bregenz-Hard-Lauterach-Wolfurt-Kennelbach
•    Bau des Hochwasserschutzprojektes Alpenrhein
•    Bau der zweigleisigen Bahnlinie Lauterach-Hard-St. Margrethen

Im laufenden Projekt wurden dazu folgende Baumaßnahmen umgesetzt:
•    Rohrleitungserneuerungen und -vergrößerungen Unterfeldstraße
•    Austausch Brunnenpumpen, Brunnenkopf, Leitungen
•    Gebäudeverbesserungen
•    Austausch der UV-Anlage
•    Austausch Prozessleitsystem
•    Verbesserung der Stromversorgung vom öffentlichen EVU-Netz
•    Vorbereitung für spätere Behältervergrößerung
•    Leitungsverlegungen in der Schutzzone
•    Vorbereitungen für den Notverbund Wolfurt-Lauterach-Hard

Der Tiefbehälter mit einem Volumen von 350m³ muss in einem nächsten Projektschritt noch auf 1.200 m3 vergrößert werden, die Vorbereitung dafür wurden jetzt getroffen. Alle jetzt getroffenen Maßnahmen haben auf zukünftige Entwicklungen und weitere Baumaßnahmen Rücksicht genommen. In diesem nächsten Schritt erfolgt auch eine architektonische Neugestaltung des Gebäudes. Damit wird auch der Einbruch- und Hochwasserschutz verbessert.

Die Arbeiten wurden im Wesentlich unter Vollbetrieb ausgeführt, die Marktgemeinde Wolfurt hat für ca 3 Monate die Notwasserversorgung übernommen und den klaglosen Versorgungsbetrieb ermöglicht. Die Bauzeit wurde so gewählt, dass möglichst wenig Konfliktpunkte mit der benachbarten Volksschule entstehen.