Staatlich befugte und beeidete Ingenieurkonsulenten für Bauingenieurwesen, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft
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DER BODENSEE ALS ENERGIERESERVOIR

Erste Österreichische Bodenseewassernutzung zum Kühlen und Heizen eines Gebäudes


Der große Wasserkörper des Bodensees verfügt über ein gewaltiges Wärme- und Kältereservoir. Wie groß es ist, zeigt sich am Einfluss des Sees auf das regionale Klima. An heißen Sommertagen erfrischt ein kühles Seelüftchen, und im Winter wirkt das vergleichsweise warme Seewasser wie eine regionale Heizung.

Dieses Wärme-und Kältepotenzial des Sees lässt sich auch vom Menschen direkt nutzen. Mit Hilfe von Wärmepumpen, die dem Seewasser Wärme entziehen, kann man Gebäude im Winter beheizen. Im Sommer wiederum hilft das Seewasser Gebäude zu kühlen. So wird der See zu einer umweltfreundlichen Energiequelle.  Zwar ziehen die Wärmepumpen und Klimaanlagen Strom aus dem Netz, doch mit einer Kilowattstunde Strom „ernten“ sie größenordnungsmäßig etwa drei Kilowattstunden Wärme aus dem See, ein ökologischer wie ökonomischer Gewinn.

In geringem Umfang wird dies heute schon gemacht. Zum Beispiel beim Hotel am Kaiserstrand, wo wir eine funktionale Anlage projektiert haben. Weiter Beispiele wären ein Unternehmen in Friedrichshafen, die Uni Konstanz oder einige private Gebäude am Schweizer Seeufer. Wie viel energetisches Potential genutzt werden darf, ohne den Zustand des Sees zu beeinträchtigen, hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) untersucht.

Die IGKB hat herausgefunden, dass eine thermische Nutzung des Seewassers möglich ist, wenn bestimmte Vorgaben eingehalten werden.  Damit die natürlichen Schichtungsverhältnisse des Sees so gut wie möglich erhalten bleiben, darf nur Wasser in einer Zone zwischen 20 und 40 Metern Tiefe für Wärme- und Kühlzwecke genutzt werden. In dieser Zone muss auch das wieder eingeleitete Wasser verbleiben. Daher darf es höchstens 20 Grad warm sein, wobei sich außerhalb einer festgelegten Mischungszone die Wassertemperatur um höchstens ein Grad verändern darf.

Ein Expertengremium hat die Temperaturänderungen unter Berücksichtigung dieser Vorgaben mit Hilfe von Modellrechnungen untersucht. Bei einer durchschnittlichen Entnahme  von einem Gigawatt (GW) sind die mittleren Veränderungen der Wassertemperatur in allen Tiefen geringer als 0,2 Grad. Zum Vergleich ein Kernkraftwerksblock hat etwa die Leistung von 1 bis 1,5 GW. In Relation zu den Auswirkungen des zu erwartenden Klimawandels auf den See schätzen die Experten die Folgen der thermischen Nutzung des Sees auf die Wassertemperatur als sehr gering ein.

Die IGKB hat neue Richtlinien für die Wärme- und Kältenutzung des Sees gefasst.  Ganz im Sinne des  nachhaltigen Umweltschutzes gilt es, zwei wichtige Aspekte zu beachten. Der optimale Gewässerschutz steht an oberster Stelle der Richtlinien. Gleichzeitig soll die Wärme-und Kältegewinnung aus Bodenseewasser -  unter dem Aspekt der Förderung erneuerbarer Energien - möglich sein.

Unsere Leistungen:

Erste Österreichische Bodenseewassernutzung zum Kühlen und Heizen eines Gebäudes     

Anlegestelle Hohentwiel


Gesamtplanung und Bauaufsicht Ufergestaltung und Hochwasserschutz                                                                                                                          

Hochwassersicherer Ausbau des Dorfbaches