Staatlich befugte und beeidete Ingenieurkonsulenten für Bauingenieurwesen, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft
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WEITERER ABSCHNITT DER PIPELINE RENATURIERT

Vorarlberg ist bei der Renaturierung des Österreichischen Bodenseeufers, im Bereich der früheren Ölpipeline, einen Schritt weiter gekommen.


In Lochau wurde von 2005 bis 2013  der Abschnitt vom Strandbad in Lochau bis zum Ruggbach mit ökologisch hochwertigen Flachufern neu gestaltet. Hier wurden auch die ersten umfangreichen Radwegmaßnahmen umgesetzt.

In Bregenz wurden von 2000 bis 2004 mit der Renaturierung von der Bregenzerachmündung bis zum Festspielhaus die ersten Umgestaltungsabschnitten umgesetzt. Von 2004 bis 2010 wurden entlang des innerstädtischen Ufers zwischen Festspielhaus und Hafen Hochwasserschutz-, Gestaltungs- und Radwegprojekte umgesetzt.

Im Jahr 2011 folgte der Bauabschnitt zwischen dem Tannenbach und den Hafenanlagen in Bregenz. 2013 wurde ein mehrstufiges Gesamtprojekt für die Renaturierung des fehlenden Uferstücks zwischen dem Badehaus „Mili“ bis zum Lochauer Strandbad  bewilligt.

Dass in diesem Bereich das Ufer früher weitestgehend betoniert war, liegt an der ehemaligen Erdölpipeline Genua-Ingolstadt. Mitte der 1960er Jahre gebaut,  transportierte sie in rund 30 Jahren 220 Millionen Tonnen Öl von Genua nach Deutschland. Bei Bregenz führte sie direkt am Ufer des Bodensees entlang. 1997 wurde sie still gelegt. Auf ihrer Trasse konnten in den folgenden Jahren die Renaturierungen in  Angriff genommen werden.

Pfingsten 2014 wurde der zweite Bauabschnitt zwischen dem hölzernen Badesteg bis nördlich des Badehauses „Mili“ für rund 1,3 Millionen Euro renaturiert. Zum See hin wurde Kies und Schotter aufgeschüttet, so dass ein flach abfallender natürlicher Übergangsbereich zum Wasser hin entstand. Untersuchungen an den bereits fertig gestellten Abschnitten haben dabei gezeigt, dass durch diese Bauweise die Energie der ankommenden Wellen stark abgebaut wird. Das neu modellierte Flachufer ist nun erosionssicher. Im Gegensatz zu früher sind nun keine harten Uferverbauungen - also betonierte oder gepflasterte Ufersicherungen - mehr notwendig.

Kennzeichnend für das renaturierte Ufer zwischen Lochau und Bregenz ist die Trennung zwischen Fuß- und Radweg. Dadurch wird zur erhöhten Sicherheit aller beigetragen. Wir freuen uns, dass wir durch unsere Arbeit ein Stückchen von Bregenz verschönern durften.